Herkunft des Buches Mormon: Fazit

Mit all den Informationen, die in den damals bekannten und hier aufgezeigten Büchern und Quellen vorhanden waren und dem Wissen über Joseph Smiths ausgeprägten Vorstellungsgabe, kann durchaus aufgezeigt werden, dass Joseph Smith selbst der Autor des Buches Mormon ist. Die vielen Parallelen zur KJV der Bibel, die inhaltlichen Ähnlichkeiten mit anderen Werken und das Wiederfinden des Gedankengutes des 19. Jahrhunderts sprechen alle für diese Möglichkeit. Was für die Mitglieder über all die Jahre schwer zu akzeptieren oder als unmöglich dargestellt wurde, muss nun revidiert werden: War Joseph Smith in der Lage ein solches Buch zu schreiben? Ja, er war es.

Zum anderen sollten sich die Mitglieder der Kirche vor Augen führen, dass Joseph Smith nicht der einzige Mensch war, der behauptete inspirierte und offenbarte Schriften hervorzubringen. Es gab viele andere, deren Bücher die Kirche sicherlich nicht als das „Wort Gottes" anerkennen würde.

Wie konnte beispielsweise Mohammed den Koran schreiben oder wie entstanden indische und buddhistische Schriften? Joseph Smith war auch nicht der einzige christliche Schreiber. Einer seiner Zeitgenossen war Jakob Lorbeer ( 1800 - 1864 ), der auch heute noch viele Anhänger hat. Er selbst sah sich als den „Schreibknecht Gottes" seit der Zeit da eine Stimme zu ihm sagte: „Steh auf, nimm deinen Griffel und schreibe!" Von ihm wird gesagt, dass er seine Werke nach einem inneren Diktat niederschrieb, also ähnlich der Art und Weise, wie das Buch Lehre und Bündnisse zustande kam. Er verfasste viele Bücher, darunter Das große Evangelium Johannes, welches 11 Bände umfasst, Die Jugend Jesu oder Drei Tage im Tempel. Lorbeer verfasste also nicht nur theologische Kommentare, sondern in den Augen seiner Anhänger auch „Heilige Schrift" und zwar in viel größerem Umfang als Joseph Smith es tat.

Dies sei nur erwähnt, um aufzuzeigen, dass das Schreiben des Buches Mormon von menschlicher Hand möglich ist. Außerdem sei hier erwähnt, dass verglichen mit der Bibel oder anderen großen literarischen Werken, das Buch Mormon niemals einen gleichwertigen Rang einnehmen kann. Es fehlt ihm an sprachlicher Stärke und prosaischer Kraft und das Gefälle zu seinem Pendant aus der Alten Welt erscheint riesig.

Es ist daher nicht verwunderlich, dass über all die Jahre der Wert und die Wichtigkeit des Buches Mormon mit steter Beharrlichkeit seitens der Kirchenführer gepredigt und den Mitgliedern in Erinnerung gebracht wird. Es ist wie eine Pflanze, die aus natürlicher Kraft nicht alleine bestehen kann und künstlich am Leben gehalten wird.

Scheinbar bestand dieses Problem aber auch schon in den Anfängen der Kirche:

„ Und dieser Schuldspruch liegt nun auf den Kindern Zion, ja auf allen. Und sie werden unter diesem Schuldspruch bleiben, bis sie umkehren und sich an den neuen Bund erinnern, nämlich das Buch Mormon.... " 1

Fußnoten

1Lehre und Bündnisse, Abschnitt 84:57