Das alte Amerika spricht?

Wer unter den Mitgliedern kennt ihn nicht, den Kirchenfilm „Das alte Amerika spricht"? Für viele ein Beweis dafür, dass das Buch Mormon wahr ist und archäologischen Rückhalt besitzt. Als ich mir neulich diesen nun schon etwas betagten Film wieder einmal angesehen habe, wurde mir - mit all den Hintergrundinformationen, die ich bislang aus diverser Fachliteratur entnommen habe - klar, dass dieser Film ein völlig falsches Bild suggeriert. Ich möchte sogar soweit gehen und vor diesem Film warnen. Er steckt voll von angeblichen Beweisen und Zusammenhängen, die in der restlichen wissenschaftlichen Welt keinerlei Zustimmung finden. Ich unterstelle den Autoren des Films von der BYU nicht einmal Absicht, denn wir finden hier wieder die Verquickung von Wissenschaft und dem Wunschdenken, das durch den festen Glauben an die Sache entspringt und die Gelehrten der BYU damit von der übrigen Intellektuellen Welt isoliert. Die meisten fraglichen Punkte haben wir bereits diskutiert. Hier nochmals ein Überblick. Der Film behauptet:

  • Quetzalcoatl steht in direkten Zusammenhang mit Jesus Christus.
  • Die alten Amerikaner kannten biblische Geschichten und Lehren.
  • Es waren christliche Rituale wie die Taufe bekannt.
  • Die Indianer sind ein Mischvolk. Darunter sind Völker aus der Alten Welt.
    Die Indianer sind semitischer Herkunft.
  • Es gab weiße Amerikaner in präkolumbianischer Zeit
  • Es gab Kontakte zur Alten Welt. Eine bestimmte Baumwollart kam mit Schiffen aus der Alten Welt. Es gab eine architektonische Beeinflussung aus der Alten Welt.
  • Lehis Traum wird auf Stela 5 abgebildet

Dies sind einige der Behauptungen, die der Film aufstellt. Wie wir bereits erörtert haben, sind keine davon haltbar. Mitglieder der Kirche erhalten daher durch den Film ein einseitiges und zudem falsches Bild über Herkunft, Religion und Entwicklung der Ureinwohner Amerikas.