Schlussfolgerung

Man könnte noch weitere Themen zum Buch Mormon behandeln, doch dies würde den Rahmen dieser Abhandlung sprengen. Dennoch zeigen die bereits besprochenen Bereiche, dass das „korrekteste aller Bücher" erhebliche Fragen und Zweifel aufwirft und dem außen stehenden Betrachter prinzipiell nur eine Schlussfolgerung übrig lässt: Das Buch Mormon ist ein Produkt Joseph Smiths mit den Ansichten und dem Verständnis des 19. Jahrhunderts. Kein nichtkirchlicher Archäologe oder Anthropologe würde das Buch als auch nur annähernd authentisch ansehen und ihm einen Platz unter den bereits anerkannten altertümlichen Schriften einräumen. Seine „Echtheit" kann nur mit Hilfe eines vorbehaltlosen Glaubens angenommen werden, auch wenn Mormonengelehrte sichtlich bemüht sind, immer neue Beweise zu finden. Diese Beweise stehen jedoch einer Mauer von offensichtlichen Problemen und Tatsachen gegenüber.

Wie man erkennen kann, habe ich mir für die Untersuchung des Buch Mormon besonders viel Zeit genommen (neben den vielen anderen Themen zum Mormonismus). Dies hat seine Gründe. All die Jahre war ich zwar von der Wahrheit der Kirche überzeugt, hatte aber von Anbeginn an Zweifel am Buch Mormon, die ich verdrängte. Heute weiß ich warum. Am Abend vor meiner Taufe saß ich noch vor diesem Buch und versuchte eine göttliche Bestätigung zu erhalten. Sie kam nicht - auch nicht in den nächsten 14 Jahren. So sehr mich die Lehren der Kirche begeisterten und ich sie mit Überzeugung lehrte, an diesem Buch scheiterte ich grundsätzlich. Schon wenn ich das Buch aufschlug und darin las, kamen mir Zweifel und ich bekam das Gefühl nicht los, dass dies das Werk eines Menschen ist. Es gab so viel Unterschied beim Lesen in der Bibel und beim Lesen dieses Buches. Es mag mir hier nicht jeder zustimmen aber dies waren und sind nun einmal meine persönlichen Gefühle dazu. Besonders schlimm war dieses Dilemma während meiner Mission, als es darum ging, täglich davon Zeugnis zu geben. Ich schlug damals einfach eine Brücke. Ich war überzeugt von Joseph Smith und so musste das Buch einfach wahr sein. Ich betete unzählige Male um eine Bestätigung, die bis heute nicht kam.

Die Recherchen zu diesem Buch haben mir daher sehr geholfen, endlich ein klares Bild zu erhalten. Ich kann jedem Leser des Buches Mormon nur empfehlen, das Buch genauer und kritischer zu betrachten. Wenn dieses Unterfangen von einen klaren Verstand begleitet wird, sollte die Sicht nicht getrübt, sondern frei sein. Für viele Mormonen wird dies schwierig sein.